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Wer mit Gewalt gegen eine Person… – eine Tauschbörse nutzt?

Erstellt am 12. Mai 2007 | von tAXMAN | Erstellt in » ...eben entdeckt, Allgemein, aus dem wirklichen Leben, Computersorgen, da war doch was... | Du kannst einen Kommentar oder einen Trackback von Deiner eigenen Site einfügen.

… meint zumindest eine ominöse Email, über die bereits schon hier berichtet wurde. Ich habe nun aber meine eigene Mail erhalten:

Sehr geehrter Internetnutzer, im Rahmen unserer ständigen automatisierten Überprüfung von sogenannten Tauschbörsen im Internet, wurde folgende IP-Adresse auf unserem System ermittelt.
IP: 81.134.87.69
Der Inhalt Ihres Rechners wurde als Beweismittel mittels neuen Bundestrojaner sichergestellt. Es wird umgehend Anzeige gegen Sie erstatten, da sich illegale Software, Filme und/oder Musikdateien auf Ihrem System befinden. Durch die Nutzung sogenannter Tauschbörsen, stellen Sie diese auch anderen Nutzern zu Verfügung und verstoßen somit gegen §§ 249ff StGB. Das vollständige Protokoll Ihrer Online-Durchsuchung finden Sie im Anhang dieser Email. Die Strafanzeige und die Möglichkeit zur Stellungnahme wird Ihnen in den nächsten Tagen schriftlich zugestellt.

Herbert Klein, Kriminaldirektor,
LKA Rheinland-Pfalz Am Sportfeld 9c, 55124 Mainz
Tel.: 06131 - 970738
Fax: 06131 - 970731
Mobil: 0171 - 7504699
Mail: Hcklein51@aol.com

Die Idee, den Empfänger von Emails als Tauschbörsenbenutzer zu entlarven und ihm dabei ein Schadprogramm unterzuschieben ist ja nicht wirklich neu. Innovativ könnte man lediglich die Verwendung des in den Schlagzeilen stehenden Begriffs “Onlinedurchsuchung” und “Bundestrojaner” nennen. Auffällig ist jedoch, dass die Verursacher solcher Emails, der deutschen Sprache nicht so richtig mächtig sind. Ich werde daher mal einige Korrekturen vornehmen. Mit etwas Glück erhalte ich beim nächsten Mal eine Mail mit korrigiertem Inhalt und falle ähnlich darauf herein, wie es mit schon bei der “Googlemail” gelungen ist.

  1. im Rahmen unserer ständigen automatisierten Überprüfung –> im Rahmen unserer ständigen, automatisierten Überprüfung
  2. mittels neuen Bundestrojaner –> mittels neuem Bundestrojaner
  3. Es wird umgehend Anzeige gegen Sie erstatten –> Es wird umgehend Anzeige gegen Sie erstattet

Was der § 249 StGB damit zu schaffen haben könnte, erschließt sich mir auch nach mehrmaligen Lesen nicht:

§ 249 StGB – Raub

(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Hat da etwa jemand die Rechtsvorschrift vom Begriff des Raubkopierers hergeleitet? :mad:

Man kann sich also nicht mehr auf den Inhalt von Spammails verlassen. Mit etwas mehr Mühe und Verstand kommen die Dinger glaubhaft rüber. Jungs, strengt euch mal etwas an. Vielleicht schaut ihr euch vor dem Versenden ja mal an, was ihr das so fabriziert habt. 3 unterschiedliche Mailadressen in den Schriebs einzubauen macht ihn eben auch nicht glaubhafter – inbesondere wenn Herr Klein vom LKA seine Mail via Adminkonto des BKA-Servers (admin@bka.de) versendet haben soll und in der Mail auch noch seine AOL-Adresse angibt. :???:

Da kann einem sogar der Spaß an den Spammails vergehen.

Die Anlage beinhaltet übrigens den trojan-downloader.win32.nurech.bp .:oops:

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  1. 5 Meinungen zu “Wer mit Gewalt gegen eine Person… – eine Tauschbörse nutzt?”

  2. Von Hongkong GERMANY Windows Vista Internet Explorer 7.0 am 12. Mai 2007 um 16:44 | Kommentieren

    Vom lieben Herrn Klein habe ich auch mehrere Mails bekommen :twisted:

    http://www.digitalvoodoo.de/blog/archives/funstuff/bundestrojaner-email-kriminaldirektor-herbert-klein-vom-lka-rheinlandpfalz.php

    Wüsste gerne ob es den guten Mann wirklich gibt???

  3. Von tAXMAN GERMANY Windows Vista Mozilla Firefox 1.5.0.11 am 12. Mai 2007 um 16:50 | Kommentieren

    Ich denke mal nicht. Zumal weder die Adresse, noch die Telefonnummern authentisch sind:

    Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz
    Valenciaplatz 1 -7
    55118 Mainz
    Telefon: 06131 / 65-0
    Telefax: 06131 / 65-2480

  4. Von PsychoDad GERMANY Mac OS X Safari 419.3 am 15. Mai 2007 um 15:39 | Kommentieren

    Wieso meldet sich eigentlich das LKA Rheinland-Pfalz bei einem Berliner? Imho “würde” sich solch einer Sache doch eh das BKA annehmen?!

  5. Von tAXMAN GERMANY Windows XP Mozilla Firefox 1.5.0.11 am 15. Mai 2007 um 18:53 | Kommentieren

    Hey, wir haben unser eigenes LKA. IMHO sitzen die in der Gothaer Str. bzw. am Tempelhofer Damm/Platz der Luftbrücke. Wir brauchen keinen Herrn Klein von außerhalb.

  6. Von Psycho Dad UNITED KINGDOM Windows XP Mozilla Firefox 2.0.0.3 am 16. Mai 2007 um 07:26 | Kommentieren

    Meine Rede…….

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