Wenn das Telefon klingelt…
und der Anrufer keine Rufnummer übermittelt, warte ich erst einmal ab. Der Frust am heimischen Telefon ist zu groß, wenn mal wieder Telefontarife optimiert, gekündigte Zeitungsabos verlängert oder Gewinnbenachrichtigunen ausgesprochen werden. Für sowas hat man ja modernste Technik im Haus – Anrufbeantworter regeln sowas!
Gestern gab es dann mal wieder was neues. Gegen 20:30 Uhr, als ich mich im Bad befand, klingelte das Telefon. Da ich nicht gleich losspurtete übernahm der AB die Aufgabe und speicherte die Bandansage auf Band. 5 Minuten später informierte ich mich, wer denn da angerufen hat und welches Begehr der Anrufer hatte. Rufnummer unbekannt! Eine komisch klingende Stimme erklärte, dass auf nachbarschaftspost.com eine Nachricht eines meiner Nachbarn für mich hinterlegt worden wäre und mittels Code auf obiger Seite abrufbar sei. ![]()
Neugierig wie ich bin, das Notebook war ja ohnehin noch an, schaute ich mir die Seite mal an. Es interessierte mich natürlich brennend, welcher Nachbar mir via Internetportal/Community
eine Nachricht hinterlässt, statt direkt vorbeizuschauen, anzurufen, mailen …
Und da war es wieder, diese komische Gefühl das mich beschleicht, wenn ich Abzockerseiten zum ersten Mal sehe! Nicht dass ich das nicht geahnt hätte.
Den Spam per Email, die Viagraangebote, Replica-Uhren usw. usf. habe ich ja im Griff. Dass Herr tAXMAN-Junior seine Erfahrungen mit Internet, Downloads, Handyzusatzverträgen, etc. macht vermag mich auch nicht mehr schocken. Aber dass diese Abzocker mich nun auch noch anrufen um mich oder unwissende Familienmitglieder in bizarre Vertragskonstrukte zu pressen, finde ich mehr als abartig. Ich glaube nicht, dass irgendwer in unserem Haushalt sich da anmelden würde um eine Nachricht die es nicht gibt “abzuhören” aber er weiß…
Ich habe seinerzeit auch nicht damit gerechnet, dass Junior seine eigenen Wege geht um Musik aus dem Internet zu laden.
In meinen Augen stellen solche Angebote eine Gefahr dar. Kinder, Naive, Dummköpfe, wegen mir auch Internetanfänger könnten leicht auf sowas hereinfallen. Oder irre ich da? 216,- Euro kostet der Quatsch, falls man sich denn dort anmeldet. Und mal ehrlich, die machen sich doch nicht die Mühe für so ein Projekt, ohne dass wirklich jemand darauf hereinfällt. Es muss also “Kundschaft” geben.
Das Impressum gibt übrigens auch nicht viel her. Verantwortlich ist
Dies ist ein Projekt von:
Connection Enterprises Ltd
Suite 205
Main St
Road Town
Tortola
British Virgin Islands
Also gleich um die Ecke!
Beim letzten Besuch der Webseite habe ich noch den Link zum Werbeeinverständnis gefunden:
Meine Angaben innerhalb des Projektes dürfen bei Zustimmung vom Veranstalter des Projektes (Connection Enterprises Ltd.) von den Sponsoren der Aktion sowie von den beauftragten Dienstleistern für Marktforschung -für die bessere Zuordnung von bereits zu meiner Person vorhandenen Daten – sowie für interessante und günstige Angebote aus den unten genannten Branchen, die meinen erkennbaren Interessen entgegenkommen, verarbeitet und genutzt werden (Telefonmarketing, SMS Werbung, E-Mail-Werbung und schriftliche Werbung). Verlage, Adress- und Versandhändler, Finanz- und Telekommunikationsdienstleister, Markenartikelhersteller, Gewinn- und Glücksspiele, Reise und Tourismus, Gesundheitsvorsorge, Energieversorger, Versicherungen, Pharma- und Kosmetikunternehmen, gemeinnützige Vereinigungen, Fahrzeughersteller und -händler, Bekleidungs- und Elektronikeinzelhandel, Marktforschungsunternehmen, Berufs- und Weiterbildungsinstitute. Diese Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft schriftlich per Brief widerrufen.
Das klingt nach einem kommunikativen Supergau. Ein größer Briefkasten und eine neue Telefonnummer scheinen unumgänglich.
Wie schauts bei euch aus? Kennt ihr Leute, die sich blindlings bei sowas anmelden würden? Wie schauts mit euren Kindern aus? Das würde mich wirklich mal interessieren. ![]()
9 Meinungen zu “Wenn das Telefon klingelt…”
Von Flocke von Kroetengruen
am 15. April 2008 um 12:57 | Kommentieren
Zuerst einmal ein kleine Bitte: Nimm nie wieder, wirklich nie wieder dieses gelb für die Schrift. Das ist bestenfalls mit Sonnenbrille zu ertragen
Das ist schon ganz schön dreist. Allein schon die ständigen Anrufe sind eine Zumutung und übelste Belästigung.
Ein Eintrag in die “Robinsonliste” bringt leider auch nur kurzfristigen Erfolg…
Ich denke mal, die Politik ist gefragt, aber die gehn ja nu auch bald wieder inne Sommerpause…
Von tAXMAN
am 15. April 2008 um 13:12 | Kommentieren
Gelb? Du meinst sicher das (auf meinen diversen TFTs sehr lecker aussehende)Orange! Ich habe es mal dezenter gestaltet. :mrgreen:
Die Robinsonliste bringt bislang gar nichts. Da habe ich mich nach dem letzten Zwischenfall und deinem Anraten angemeldet. Mit Adresse und Telefonnummer. Ergebnis siehe oben. Wobei es bei uns deutlich ruhiger geworden ist.
Ob unsere Politik was gegen Firmen auf den Virgin Islands ausrichten kann, mag ich auch bezweifeln. Von daher heißt es Informationen an alle streuen, die auf sowas reinfallen könnten.
Von gr4y
am 15. April 2008 um 13:34 | Kommentieren
Für deine Privaten “Problemchen” kann ich dir nur empfehlen eine Proxy einzurichten und alle Seiten mit Klingeltönen, V1agra, Replica Uhren und Handyverträgen zu sperren.
Wie man sowas konfiguriert weiß ich aber leider nicht.
Ich kenn solche Leute die sich auf “ultimative” Gewinnversprechen diverser Lotogesellschaften einlassen, nur wiel sie glauben das sie !!! 50€ !!! bekommen. Um da mal Namen zu nennen: Mein Opa.
Meine Eltern würden wenn ich nicht da wäre wahrscheinlich ihren Telefontarif zum 1000. mal optimieren lassen. Ob seriös oder nicht.
Kinder hab ich noch nicht. Nur eine Nichte und die ist noch zu klein für solche Sachen.
Ich hoffe die Interpunktion und Rechtschreibung ist so okay :smile:
Von tAXMAN
am 15. April 2008 um 13:38 | Kommentieren
Hehe, ich lese hier nur meine eigenen Texte Korrektur. :wink:
Im Kinderzimmer läuft der PC mit Filter und Proxy. Ich habe dazu schon berichtet. Das Ding filtert zwar sogar Texte, in denen das Wort Brust vorkommt, kann aber nicht vor allen Gefahren schützen. Ich rede daher oft mit den Junioren, zeige ihnen die schwarzen Schafe im Web und auch die Folgen auf. Dass wir selbst schon Ärger mit diversen Anbietern hatten, hat sicherlich auch seine Spuren hinterlassen.
Von nadar
am 15. April 2008 um 20:21 | Kommentieren
Wenn mir die Zeit nicht zu schade wäre, würde ich Weihnachtsmann, Osterhase, Eichhörnchen & Co auf diesen Seiten anmelden – über Tor, mit ExitNodes in China, Australien, den Niederlanden usw.
Wäre sicher lustig – nur die Zeit…
Von Marco
am 16. April 2008 um 08:43 | Kommentieren
Beispiele gibt es sicherlich viele.
), die einen auffordern, die gerade erstellte Grußkarte im Netz anzusehen.
Wenn auch nicht ganz so dreist. So erhält man SMS (woher auch immer die meine Nummer haben – selbst ich kenne sie nicht
Unser Sohn sieht im Fernsehen irgendeinen Kinderkanal. Dort wird deren Spieleportal im Internet beworben. Natürlich durfte er an den Rechner. Und schon folgte die Rechnung. Sicherlich legitim, da man sich anmelden musste, aber eine Kinderseite mit kommerziellem Hintergrund? Ich weiß nicht …
Und die ganzen Gewinnclubs (früher hieß es Schneeballsystem), die sich überall breit machen, braucht man wohl auch nicht erwähnen.
Es gibt immer Leute, die auf all diese “modernen Kaffeefahrten” reinfallen – leider!
Von Flocke von Kroetengruen
am 17. April 2008 um 12:53 | Kommentieren
Ja, da hatte ich Dir wohl nen schlechten Rat gegeben mit der Robinson- Liste. Allerdings hatte es anfangs bei uns wirklich gut funktioniert… Vielleicht gilt die ja auch nur Freitag… :grin:
Von tAXMAN
am 17. April 2008 um 12:54 | Kommentieren
So schlecht fand ich den Rat nun wieder nicht. ich bin schon viel, viel schlechter beraten worden. :wink:
Von tAXMAN
am 17. April 2008 um 18:33 | Kommentieren
Na toll! Kaum schreibe ich hier was zum Thema, klingelt bei uns das Telefon. Eben gabs ‘nen Anruf von der Staatlichen Lottodingsbumms. Das Gespräch war kurz und unspektakulär. Inzwischen habe ich ja Übung im Abwürgen von Gesprächen. :cry:
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