tAXMAN rennt 05/2010

Vor nunmehr fast 2 Wochen war es soweit. Der Saisonhöhepunkt in Form des Berlin Man stand auf dem Programm und soll hier nun blogtechnisch abschließend abgearbeitet werden.

Eine Woche vor dem Wettkampf steigerte sich mein Lampenfieber auf den Höhepunkt und ließ mich nachts kaum noch schlafen. Der Urlaub in Italien war irgendwie viel zu erholend und schien damit auch irgendwie alles andere als die optimale Vorbereitung für meine erste Mitteldistanz gewesen zu sein. Mein subjektives Formempfinden beflügelte mich nicht besonders. Die Probefahrt auf der Wettkampfstrecke gab mir auch noch mal einen Dämpfer, denn nach knapp 100km im doch „bergigen“ Berlin, sah ich meine Felle davonschwimmen. Die Devise für den Wettkampftag lautete also heil durchzukommen und das Minimalziel hieß Finish unter 6 Stunden. :furz:

Am Sonntagmorgen hieß es gegen 4:30 Uhr aufstehen um um kurz nach 6 die Wechselzone am Berliner Wannsee zu betreten. Meine inzwischen schon schmerzhafte und Übelkeit mitbringende Aufregung legte sich langsam. Nach dem Einrichten meines Platzes in der Wechselzone blieb genug Zeit, den ein oder anderen alten Bekannten zu begrüßen und die letzten Tipps für den kommenden Wettkampf entgegen zu nehmen.

Um 8:10 Uhr fiel der Startschuss für die zweite Welle, in der auch ich mich befand. Schwimmender Start im nach grasgrünen, von undefinierbaren grünen Schwebeteilchen durchsetzten und nach Scheiße und Diesel schmeckenden“ Wannsee. Es galt 2,2km in Form einen Rundkurses zu schwimmen. Das Wasser war nicht so blau und auch nicht so salzig wie das Mittelmeer, trug mich aber prima. Trotz Brustschwimmen blieb ich mit einigen Kraulern auf gleicher Höhe und kam relativ entspannt nach ~ 48 Minuten ins Schwimmziel. Super, 10 Minuten gutgemacht – der Tag begann gut. 😛 Den Wechsel zum Rad ließ ich gewohnt gemächlich angehen. Abtrocknen, Füße gründlich vom Sand  befreien, Trinken, Helm, Radschuhe, Brille, Startnummer… Los! Auf der Radstrecke versuchte ich meine Kräfte gut einzuteilen. Dank Probefahrt vor einigen Tagen wusste ich, wann die doch heftigen Anstiege kamen und wo Zeit und Gelegenheit für Riegel und Gel waren. 90km waren in 4 Runden auf einem Rundkurs zu absolvieren. 4 Mal musste ich also am Grundwaldturm hochkraxeln und 4 Mal die Kopfsteinpflasterpassage passieren. Der Anstieg bereitete denn auch weniger Probleme als das Pflaster. Mit knapp 35 Sachen schepperte ich jedes Mal über das grobe Pflaster. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. In Runde 3 verlor ich die erste Trinkflasche und in Runde 4 den kompletten, (vormals) am Sattel befestigten Trinkflaschenhalter incl. Flaschen.  :ditsch:  Ein teurer Spaß, der mich jedoch nicht wirklich ärgerte, da ich froh war den Abgang des Anbaus ohne Sturz überstanden zu haben.

Nach ~ 2:50h (Fahrzeit) (2:56h incl. der Wechsel) hatte ich die 90km absolviert und begab mich zur letzten und auch zweifelhaftesten Etappe des Tages. Die ersten Schritte auf der Laufstrecke fühlten sich gut an. Von schweren Beinen war nichts zu spüren und ich konnte auch gleich mein gewohntes Tempo anschlagen. Leider hielt das nicht lange vor, denn nach nur wenigen hunderte Metern kündigten sich die ersten Krämpfe im vom Radfahren ausgelaugten Oberschenkel an. Vorsichtiges Dehen ließ den Krampf verschwinden und mich einige Meter weiterlaufen. Weit kam ich nicht!  Krämpfe meldeten sich nun alle paar Meter, ließen keinen Laufrythmus zu. Ab der zweiten Runde, also Kilometer 5, kamen zu den Krämpfen im Oberschenkel noch Wadenkrämpfe hinzu. Mitunter sprang ich wie Rumpelstielzchen von der Laufstrecke und wusste nicht so recht, wo ich zuerst dehnen soll. Ich hätte heulen und eben auch alles hinschmeißen können. Die erste Runde a‘ 5km lief ich noch um die 28 Minuten, Runde 2 in ~29. Runde 3 spazierte und krampfte ich in ~ 35 Minuten ab und hätte fast geschmissen, da zu den Krämpfen nun auch noch die totale Erschöpfung und Kraftlosigkeit kam. In der letzten Runde schleppte ich mich mit stetigen Krämpfen und wie ich meine auch Kreislaufproblemen bis zur ersten Versorgung und von da ins Ziel. Die letzte Runde bin ich wohl nur „gelaufen“, weil ich es mir nie verziehen hätte, trotz erfüllbarem Minimalziel (Finish >6h) aufgegeben zu haben. Nach „nur“ 5:54 Stunden überquerte ich irgendwie die Ziellinie und verfluchte so ziemlich jeden, der mich zur Teilnahme ermutigt hat. Nie wieder würde ich bei einem solchen Wettkampf starten. NIE, NIE, NIE!!!! :arrrrg: :arrrrg: :arrrrg: :arrrrg: :arrrrg:

Heute sehe ich das entspannter. Die Erschöpfung ist überstanden, der Muskelkater verschwand auch nach 4 Tagen und irgendwie hat die Quälerei ja doch ihren Reiz. Weiter gehts, die nächste Mitteldistanz ist in Planung…

5 Comments

on “tAXMAN rennt 05/2010
5 Comments on “tAXMAN rennt 05/2010
    • Jaja! Wenn ich mich recht erinnere, bin ich schon deutlich langsamer als Du. Aber ich habe dieses Jahr auch deutlich mehr Rad trainiert. Während ich in 2008 & 2009 um die 1200-1300 km gefahren bin, habe ich dieses Jahr ~2200km abgespult. Das sollte sich dann schon bemerkbar machen.

  1. Glaub mir, das war kein Schweinehund! Das war ein Schweinemammut. Ich habe aber ziemlich garstige Kollegen. Mir jeden Tag unter die Nase reiben zu lassen, dass ich nicht durchgehalten habe, ist die sicherlich schlimmere Alternative. 😉

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