… kultureller Overkill
Anfang Januar kündigte ich ja an, dass im Februar das Rammsteinkonzert in Dresden besuchen würde. Donnerstag vor einer Woche war es denn auch soweit. Dass ich nicht schon vorher daürber berichtet habe liegt daran, dass ich unmittelbar nach dem Konzert für einige Tage flach lag. Ob ich mir beim Warten auf den Einlass oder durch umherschwirrende Bazillen den Tod geholt habe, ist ungewiss und nunmehr auch uninteressant. Das Konzert war jedenfalls genial und die Pyroeffekte beeindruckend. Rammstein sind auf jeden Fall ihr Eintrittsgeld wert. Wer größeres Interesse am Konzertablauf und den gespielten Titeln hat, verweise ich auf Arnos Seite. Arno brilliert nicht nur mit Fachausdrücken und Bewertungen, nein, er schildert das Konzert schon fast minutiös. Ich spare mir daher die Mühe, einen ähnlichen Bericht verfassen zu wollen.
Die Krönung des Konzerts war dann noch die Rückfahrt gen Berliner Stadtgrenze. Während wir zu und mit Rammstein sangen und hopsten, verwandelte sich die Autobahn in eine Eisbahn, die eine zügige Heimfahrt unmöglich machte. Immerhin landeten alle Mitreisenden gesund und munter zuhause.
Gestern Abend gab’s dann etwas, was ich vorab als kulturellen Overkill bezeichnet habe. Anlässlich eines Geburtstages gab es im DASDIE in Erfurt – also auch wieder gleich um die Ecke!!!
– Purple Schulz und Heinz Rudolf Kunze.
Mithin dürfte bekannt sein, dass ich doch eher ein Freund der “härteren” Klänge bin. Rammstein, VNV Nation, viel viel Trance laufen rund um die Uhr vom iPod oder via Last-FM. Purple Schulz dümpelte als schwülstige Erinnerung an die 80-er in meinem Kopf, während ich gegen Herrn Kunze eine gepflegte Abneigung habe. Nuja, ganz so schlimm war es denn doch nicht. Purple Schulz und sein Kollege Josef Piek vermochten mich Klavier, Gitarre und 2 Stimmen zu begeistern. Die schwülstigen Erinnerungen sind gewichen und haben der Begeisterung für das tolle Spiel und eine wirklich gute Stimme von Purple Schulz Platz gemacht. Auch wenn Purple Schulz zeitweise wie ein Zappelkasper wirkt und nervöse Zeitgenossen noch nervöser machen wird, verflog die erste Stunde wie im Fluge. Nach der Pause gab es dann das Programm von Heinz-Rudolf Kunze. Es tut mir leid, aber den kann ich nicht ab. Ich finde den Mann und seine Musik einfach nervend. Ich kam mir wie ein Fremdkörper im Publikum vor, und war wahrscheinlich auch einer. Während die Dicken vom Nachbartisch abgingen wie Raketen, zog sich die Zeit für mich zäh in die Länge. Zwischendurch, wenn Kunze dann doch noch einmal den Schulz begleitete konnte ich Luft holen, musste jedoch schlussendlich bei 4, eine halbe Stunde andauernden Zugaben, in den kulturellen Suizid getrieben. Nein! Konzerte von Musikern die man nicht mag, sind grausam! Sowas macht man nicht! Sowas will man nicht! Die Dicken von nebenan standen inzwischen und brüllten nach noch mehr Zugaben und auch Frau tAXMAN schien nicht abgeneigt, noch etwas mehr Musik von Herrn Kunze zu konsumieren. Doch irgendwann nach 3 Stunden hatte ich es geschafft!
Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass Purple Schulz seit unserer letzten akustischen Begegnung in den 80-ern sich fleißig weiterentwickelt hat und ein echter Hinguckerhörer ist. Der Kunze ist das was er schon immer war. Für die einen ist er ein begnadeter Sänger, Gitarrist, Song- und Texteschreiber, für die anderen jedoch einfach ein musikalischer Overkill…






2 Meinungen zu “… kultureller Overkill”
Von tAXMAN97@School
am 23. Februar 2010 um 13:01 | Kommentieren
Das Konzert war LANGWEILIG
Aber das Essen war lecker.
Von Gorman
am 12. März 2010 um 23:17 | Kommentieren
Moin.
Hast Du eigentlich mitbekommen, dass Du die Chance auf ein bazillenfreies Rammsteinkonzert im Hauptdorf hast ?
http://www.wuhlheide.de/en_index.html