Heureka, es geht! Kindersicherung unter Ubuntu, so gehts!
[inspic=590,left,fullscreen,200]Wer hier im Blog mitliest, wird wissen, dass auch auf dem Kinderzimmer-PC ein freundliches Ubuntusystem läuft. Spielen, forschen, probieren, schreiben, lesen, lernen und auch surfen im Internet findet mit Linuxmitteln statt. Da liegt der Hund denn auch begraben, denn Kindersicherungsprogramme, wie sie für Windows erhältlich sind, sind Mangelware. Wie schütze ich nun meinen Kinder vor Inhalten, die ich nicht für kindertauglich halte? Pornografie, Gewalt, Abzockerseiten usw. usf. stellen bei realistischer Betrachtungsweise eine Gefahr für Kinder und unter Umständen auch für den Rest der Familie dar.
Meine Versuche den Kinderzimmer-PC jugendfrei und kindertauglich zu gestalten, waren genauso vielfältig, wie auch erfolglos. Als gängigste Lösung wurde mir die Installation von Squid, wahlweise mit Squidguard, nahegelegt. Die Anleitungen im Wiki sind ganz ordentlich. Die Installationen gingen flott von der Hand, doch offensichtlich scheine ich einige Defizite aufzuweisen, sodass die ganze Geschichte gründlich in die Hose ging. Das Internet funktionierte entweder uneingeschränkt oder eben gar nicht. Squid und Co. hatte eine sehr kurze Halbwertszeit.
[inspic=589,left,fullscreen,200]Während meiner Sucherei nach Squidalternativen, die mit einer Blackliste arbeiten, bin ich auf einen “älteren”Beitrag bei Ubuntuforums gestolpert. Im Beitrag von nanomad wird ein Rechtsklick –> Ziel speicherun unter –> Installationsskript angeboten, dass eine “parental control”-Lösung installiert, die auf den Programmen tinyproxy, firehol, und dansguardian basiert. Nach dem Download und der Installation ist die Kindersicherung fix und fertig, kann jedoch nach Belieben an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Die Installation spuckt zwar einige leere Fehlermeldungsfenster aus, scheint jedoch trotzdem zu funktionieren. Jetzt einfach noch die passende Sprache auswählen und fertig.
[inspic=592,left,fullscreen,200]Nach Abschluss der Installation kann über das Menu –> System –> Systemverwaltung –> Configure the parental control filter das Feintuning der Kindersicherung vorgenommen werden. Dateierweiterungen, URLs, IPs, Benutzer, … können per Blacklist und Whitelist gesperrt bzw. freigegeben werden. Mehr Informationen zu den Feineinstellungen und der Konfiguration von Hand gibt es wieder einmal in den Ubuntuforums. Die Konfigurationsdateien findet man in /etc/dansguardian/.
Meine Tests hat das Konglomerat bestanden. [inspic=591,right,fullscreen,200]Mir bekannte Pornoseiten (hehe, das sind nicht wenige
) wurden blockiert. Die Googlesuche nach “f-r-e-e x-x-x p-o-r-n” spuckte nicht einmal ein Ergebnis, sondern nur die im ersten Bild dargestellte Fehlermeldung aus.
Das Blocken von Dateien funktionierte auch tadellos. Versuche, die Datei GoogleEarthLinux.bin scheiterten am Filter, der standardmäßig bin-Dateien blockiert. Entsprechende Freigaben müssen also erst von Hand vorgenommen werden. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Start-, Stop- und Restartfunktion der Servers nicht so richtig funktionieren will. Änderungen an der Konfiguration müssen von daher per Komplettneustart des Systems
oder per Konsolenneustart der Server:
taxman@kizi:~$ sudo /etc/init.d/dansguardian restart
Restarting DansGuardian: * Restarting DansGuardian: [ OK ]
und
taxman@kizi:~$ sudo /etc/init.d/tinyproxy restart umgesetzt werden. Aber damit kann ich ganz gut leben.
Restarting tinyproxy: tinyproxy.
4 Meinungen zu “Heureka, es geht! Kindersicherung unter Ubuntu, so gehts!”
Von TylerDurden
am 31. März 2008 um 20:43 | Kommentieren
Danke für die ausfühliche Anleitung. Nach so etwas habe ich schon lange gesucht!
Gruß
Tyler
Von Marco
am 18. Mai 2011 um 08:24 | Kommentieren
Vielen Dank dafür!
Von tAXMAN
am 18. Mai 2011 um 19:07 | Kommentieren
De nada!
Von derjanni
am 11. Februar 2012 um 11:38 | Kommentieren
Hallo,
da mittlerweile immer mehr auch das Thema Smartphone und Tablet in den Mittelpunkt gelangt, habe ich einmal einen ausführlichen technischen Artikel geschrieben, wie man eine Kindersicherung in seinem gesamten Netzwerk umsetzt. Egal, was für eine Art Gerät die Kinder einsetzen: http://www.kammerath.net/internet-kindersicherung.html
Als Grundlage habe ich ähnlich wie Du Linux verwendet. Bei mir jedoch OpenWrt und ich habe den Vergleich zur Fritzbox hergestellt.
Es ist doch so, dass viele Kinder Ihre Eltern in Sachen Informationstechnik schon lange überholt haben. In dem Artikel möchte ich den Eltern die Chance geben, wieder etwas aufzuholen.
Viele Grüße,
Jan
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