Erwischt!
Das Verhältnis zwischen meinen Kindern und mir ist ein grundsätzlich auf Vertrauen basierendes. Frau tAXMAN und ich halten es mit der Wahrheit und auch mit gegebenen Versprechungen. Wenn wir sagen, dass Mittwoch Kinotag ist, ist Mittwoch definitiv Kino angesagt und nicht wie in anderen Häusern eine faule Ausrede.
Gleiches erwarte ich von meinen Kindern und eigentlich hat das bislang auch gut geklappt. Absprachen wurden eingehalten und beim Schwindeln habe ich sie auch noch nicht erwischt. Nuja, bis gestern…
Meine 2 Konsolengamer waren ganz wild auf ein Spiel, das eigentlich nicht für ihre Altersklasse freigegeben ist. Man kann da so prima Auto fahren, die Gegend erkunden und kommt sich ziemlich cool wie ein Großer vor. Alle Bedenken ignorierend wurde den Knaben die Nutzung des Spiels unter Auflagen gestattet. Auto fahren ja, Gegend erkunden auch ja, Leute verprügeln oder die Benutzung von Schusswaffen indes waren untersagt. Bei meinen Spontanbesuchen im Kinderzimmer gab es bis dato auch keine Anhaltspunkte für regelwidriges Verhalten. Bis gestern!
Als ich zum Abendessen rufen wollte und das Kinderzimmer betrat, rief $namekind2 $namekind1 “Mach schnell weg!” zu. Schwupps wurde ein Statusbildschirm aufgerufen und nur Sekunden später das komplette System per Steckdosennotschalter gekillt.
Das macht mich neugierig. Sehr neugierig!
Folgender Dialog ergab sich danach:
tAXMAN: “Was macht ihr denn da?”
$namekind1: “Nichts!”
$namekind2: “Wir haben das nicht gemacht!”
tAXMAN: “Worum handelt es sich denn bei dem das, das ihr nicht gemacht habt?”
$namekind1: “Nichts! Wir haben nichts gemacht!”
Es folgte weiteres Hin-und Herfragen, bis $namekind2 folgende Aussage machte:
$namekind2: “Ich war das nicht! Das war die Idee von $namekind1!”
Damit war die Katze aus dem Sack, ohne dass ich wusste, was die beiden denn nun gemacht hatten. Ich musste als noch einmal auf den Busch klopfen.
tAXMAN: “Habt ihr euch etwa Waffen besorgt?”
2 Blicke, die mehr als Worte sagten.
tAXMAN: “Ihr haltet euch also nicht an unsere Absprachen und schwindelt mich dann auch noch an!?”
Betroffenes Schweigen! 1 Minute später erklärten beide, wie sehr es ihnen doch leid tut, sich Waffen per Cheatcode besorgt zu haben um in der Gegend herumzuballern. Für ihre Spinnerei entschuldigten sie sich und erklärten, dass das nicht wieder vorkommen würde. Das Spiel, bei dem es sich um ein älteres Playstation 2 -Spiel handelt, habe ich mit einem Scherenschnitt entsorgt. Schade um das Geld, aber ein Zeichen zu setzen war mir in dem Moment wichtiger. Weitere Sanktionen haben wir nicht getroffen. ![]()
Okay, okay! Das ist jetzt nicht wirklich ein Drama. Insgeheim habe ich schon damit gerechnet, dass die 2 irgendwie, irgendwas heimlich machen. Wer hat das als Kind nicht gemacht. Dass ich jedoch angesponnen werde, obwohl ich sie quasi frisch auf der Tat erwischt habe – sie konnten ja nicht wissen, was ich (nicht) gesehen habe – betrübt mich schon etwas. Vorbei sind die Zeiten, in denen die 2 gewissenhaft das taten, was Mama und Papa wollten. Sieht so aus, als müsste ich doch öfter mal was hinterfragen und überprüfen, denn die beiden haben es faustdick hinter den Ohren. ![]()
Wie haltet ihr es mit euren Kindern? Vetraut ihr ihnen blind, kontrolliert ihr und was macht ihr, wenn sowas wie das oben geschilderte passiert?
13 Meinungen zu “Erwischt!”
Von Dirk
am 27. Oktober 2008 um 14:05 | Kommentieren
Also ich habe ja auch ein paar Konsolengamer. Bisher sind die jüngsten noch bei harmlosen Games, die älteren reizen die gefährlichen Spiele nicht. Bei der Xbox kann man das auch ganz gut mit dem Jugendschutz einstellen.
Am PC hatte ich schon mal ein Auge drauf, in welchen Chats sich die älteren Kinder rumtreiben. Ich sage nur VNC. Da landete auch schon mal eine Webadresse in etc/hosts mit einem “gesperrt”-Eintrag.
Mittlerweile (14 und 16) kann (und will) man das aber gar nicht mehr so kontrollieren. Da setzen wir auch ganz auf Vertrauen. Entsprechend sensibilisiert haben wir sie schon.
Von chriss
am 27. Oktober 2008 um 14:48 | Kommentieren
Ich kontrolliere meine nicht.
Beim grossen ist allerdings diese Salfeld Child Control installiert welches bestimmte Wörter, auch im Internet, filtert.
Für die Zukunft denke ich an einen Proxy-Filter mit WebWasher oder Squid
chriss
Von feydab
am 27. Oktober 2008 um 15:31 | Kommentieren
Ich hab den praktischen Weg gewählt, meine “Kinder” hatten bislang alle 4 Pfoten, fluffige Ohren und durchweg kein Interesse an irgendwelchen Konsolen, Waffen oder Autos. Zusätzlich sind ihre Lieblingsspiele durchweg anregend für meinen Kreislauf
Allerdings konnte man sie deswegen trotzdem nie aus den Augen lassen, aber belogen haben sie mich bestimmt nie :smile:
Von ruediger
am 27. Oktober 2008 um 16:29 | Kommentieren
@tAXMANN
OT: Du solltet erwägen Dich uns anzuschließen: http://www.geplagte-eltern.de :)
zum Thema:
Wir halten es auch so, Vertrauen ist alles. Es wird bei uns nicht gelogen sondern die Wahrheit gesagt. Soweit zur Theorie. Kinder müssen das dennoch lernen, egal wie oft man ihnen das zu verklicken versucht, wir erwischen die beste Tochter von allen dennoch immer wieder beim Bequemlichkeitslügen. Da gibt es Worter, Ermahnungen und so weiter. Das renkt sich wieder ein und Sie bekommt schrittweise wieder das Vertrauen so wie sie es kennt und auch zu schätzen weiß. Die Phasen mit dem Auftreten von Bequemlichkeitslügen uns gegenüber werden aber von mal zu mal länger.
Am PC spielen will sie nicht wirklich, zwischen dem chatten hätte sie auch keine Zeit mehr. Sie hat aber Mafia 1 und Need-for-Speed auf dem Rechner. ich habe mich anfangs mit ihr hingesetzt und dann quasi zusammen gespielt.Eine Console haben wir nicht und an Papas-Spielekiste kann sie nicht, weil kein Konto. Ergo: keine Probleme zu Hause. Was sie außer Haus macht weiß ich nicht.
Sie weiß Spiel von Wirklichkeit zu unterscheiden. *rückbesinn* Wir haben zusammen Baphomets Fluch 1 und 2, Anno 1602 und so Sachen gespielt. Aber da war sie noch deutlich kleiner und ist bei Gefahr immer weg gerannt.
Heuet schaut sie mir ab und zu beim BF2 oder CoD4 zu, aber mehr aus der grafischen Bewunderung und ganz sicher nicht weil der Papa die Map pwnd. :D
Von foxi
am 27. Oktober 2008 um 20:21 | Kommentieren
Naja, ich beluege mich manchmal selbst. Und zwar immer so dreist, dass ich es bemerke!
Von tAXMAN
am 28. Oktober 2008 um 12:17 | Kommentieren
@Dirk: Bei der xBox360 habe ich die Kindersicherung zugeschaltet. Was die verweigert, gibt es für die Kinder auch nicht.
@Chriss: Internet gibt es bei ja schon lange nur gefiltert. Dank dansguard und tinyproxy, die in der Kindersicherung arbeiten, ist das auch gut zu regeln.
@feydab: Ich frage mich gerade, wo du deine Kinder hingesperrt hattest, als ich dich besucht habe. Nicht dass die lieben Kleinen mangels Brüstung vom Balkon gerollt sind…
@ruediger: Das Theme würde wirklich gut bei den geplagten Eltern passen. Momentan komme ich nur kaum zum Bloggen, sodass ein “sich anschließen” nicht viel Sinn machen würde.
Meine beiden spinnen jedenfalls nicht aus Bequemlichkeit, sondern immer aus “Angst” vor Konsequenzen. Dabei muss ich zugeben, dass außer Xbox- oder Fernsehverbot keine Grausamkeiten verhängt wurden. :mad:
@foxi: Klasse! Und das verkündest du auch noch öffentlich. Du bist jetzt in einem Alter, in dem du Vorbildwirkung hast. Reiß dich zusammen! So, ab heute 4 Wochen Computerverbot!!! Dir werd’ ich helfen Freundchen!!!!
Von Frau W.
am 29. Oktober 2008 um 09:21 | Kommentieren
Deine Jungs sind sehr ehrlich, denn sonst hätten sie besesr gelogen. Dem Junior merke ich eine Lüge auch sofort an der Nasenspitze an und er schämt sich unglaublich dafür. Daneben gibt es einige andere Kaliber, denen eine Lüge aalglatt über die Lippen rutscht. Schlimm.
Vor dem Thema werden wir wohl auch irgendwann stehen, wenn der Junior dann mal ne PS bekommt. Das Problem ist dann aber eher, dass er sich hier zu Hause an die Regeln hält. Nur… wie ist es, wenn er bei den Freunden ist? Die spielen großteils durchaus Sachen, die ich als nicht kindgerecht empfinde und da sind mir die Hände gebunden. Wie sieht’s mit euren Jungs aus, wenn sie zu Freunden gehen und dort spielen? Weißt du, welche Spiele die besitzen?
Von tAXMAN
am 29. Oktober 2008 um 09:34 | Kommentieren
Wie oben schon beschrieben, halten sich die beiden eigentlich an Abmachungen. Wenn sie also zu andern Kindern gehen gibts vorher noch Order, was zu unterlassen ist. So hängen beispielsweise Nachbars Kinder gerne vor der Glotze oder an der Konsole. Meine Beiden verkünden dort, dass sie nicht fernsehen dürften und gehen müssten, wenn die Kiste nicht aus ist. Mit verbotenen Spielen ist das so ähnlich. Soweit ich das beurteilen kann, halten sie sich auch außer Haus konsequent an die Verbote. Noch! Mal sehen wie lange das anhält…
Von Frau W.
am 29. Oktober 2008 um 11:43 | Kommentieren
Das funktioniert?! :shock:
Der Junior hat einige Kandidaten, bei denen grundsätzlich die Glotze läuft oder gezockt wird. Sei es mit dem Nintendo oder der PS. Ich kann ihm nicht verbieten, dort zu spielen, denn damit würde ich auch den Eltern seines Freundes in die Erziehung reinreden. Was bleibt ist ein schlechtes Gefühl. Wenn ich weiß, dass er zu Freund X geht und dort vier Stunden (!) – so wie neulich geschehen und ich habe es erst später rausbekommen – am Computer hängt, dann wird das bei uns zu Hause drastisch gestrichen. Jetzt in den Ferien lasse ich die Leine ein bisschen länger, aber wenn Schule ist, gibt es unterhalb der Woche weder den Nintendo, noch den PC. *hüstel* Mir schwant, dass die Linie nich lange durchzuhalten ist.
Was ich mich frage ist nur: Warum können die Jungs nur noch miteinander zocken. Zocken, oder prügeln. Mehr ist nicht drin. Es gibt genau einen Freund, mit dem er vernünftig spielt. Fußball, Tischtennis, Sport. Zwar auch mal eine halbe Stunde Gameboy, aber sonst verausgaben sich die Jungs beim Sport. Die anderen ziehen so einen Flunsch, wenn ich ihnen sage, dass es bei uns nicht an den PC geht und die Glotze ausbleibt. Es ist zum Heulen.
Sorry. Nun hab ich dich zugetextet.
Von tAXMAN
am 29. Oktober 2008 um 12:34 | Kommentieren
Hihi, das alte Leid! Ich sehe es jedoch nicht so, dass ich anderen in die Erziehung reinrede. Sollen die anderen tun was sie wollen, solange es mich oder meine Kinder nicht tangiert. Bleibt beim Gastgeber PC oder Fernseher an, ziehen sich meine Jungs zurück. Fernsehen oder zocken können sie auch zuhause. Da muss also gar kein Gewissenskonflikt entstehen. Ansonsten habe ich den beiden 2 Stunden Bewegung an der frischen Luft verordnet. Zeit die draußen nicht wahrgenommen wird, ziehe ich vom Fernseh- und Konsolenkontingent ab. Das motiviert doch sehr zum draußen spielen.
Der Nachbar weiß übrigens, dass ich strikt gegen elektronische Spielchen bin und unterstützt mich. Die Kinder besinnen sich auf alte Tugenden und spielen schon mal Brettspiele o.ä..
Von trinec
am 30. Oktober 2008 um 16:19 | Kommentieren
Gegen Kontrollen von Spielen, Webinhalten & Co halte ich generell nichts! Da gibt es eigentlich nichts, womit man nicht konfrontiert werden sollte, auch wenn dies mit diesem Beitrag eher weniger zu tun hat und sich mehr auf einige Kommentare bezieht. Kinder können sich so besser entfalten und damit viel offener umgehen – und wer Gewatlspiele spielen will, oder Pornos gucken möchte, kann dies spätestens bei einem Freund… Lieber offen darüber reden, als wegzureden :!:
An Frau W: Jungs können auch viele andere Sachen, doch lass den Sachen ihren Lauf – die Zeiten werden sich noch schneller ändern als dir lieb ist, wenn die Kinder nachts unterwegs sind, später wieder körperlich aktiv werden und weniger im Hause sind, als dir lieb ist!
Von olli
am 30. Oktober 2008 um 17:03 | Kommentieren
hi tomtaxe, schau dir mal mit deiner fa. krabat an, schöner deutscher film mit moral am ende :)
schon meine neue site beäugt ?? see by spinning !!
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Jack ist out……
Es trug sich unlängst zu, dass ich mich dahingehend äusserte, meine Kinder hätten allesamt 4 Pfoten und würden mich nie belügen. Das ist so auch richtig, allerdings musste ich mein einziges leibliches Kind seinerzeit zurück lassen, was auch heute…
Willkommen
Auf den folgenden Seiten starte ich den verzweifelten Versuch ein Blog am Laufen zu halten. Wer hereinschaut wird zwangsläufig mit meiner Meinung, meinen Hobbies und ... weiterlesenzuletzt gemeint
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