Donnerstag, Januar 1st, 2009 |
Warum tue ich mir das an? Wir haben den 31.12.2008, Silvester, es ist 7:00 Uhr und ich muss aus dem Bett. Das sportliche Finale eines sportlichen Jahres steht an, der Silvesterlauf über 17,8 km von Zossen nach Ludwigsfelde.
Draußen ist es noch dunkel und schweinekalt. -8°C zeigt das Thermometer. Sozusagen optimale Laufbedingungen.
Gegen 8:30 Uhr bin ich in Zossen und erledige die Anmeldeprozedur. Mein Kumpel Stuart ist auch schon da. Der Lauf ist eine der wenigen Gelegenheiten die wir haben, um mal in Ruhe zu quatschen. Da wir uns vorgenommen haben, die Vorjahreszeit von ~1:35:00 Stunden zu unterbieten, würde zumindest meine Luft knapp und ich etwas ruhiger werden. Um 9:00 Uhr gabs warme Worte von der unsportlichen Bürgermeisterin und den Ehrenstart vor dem Rathaus Zossen, wenige hundert Meter und 15 Minuten später den scharfen Start in meinem Heimatnest Nächst Neuendorf. Die Temperatur betrug inzwischen wohl -6°C. Entgegen allen Befürchtungen fror ich jedoch nicht. Stuart gab eine alte Läuferweisheit zum Besten: “Wer vor dem Start nicht friert, ist für den Lauf zu warm angezogen!” und sollte damit Recht behalten.
Nach nicht mal einem Kilometer schwitzte ich wie ein Affe aus allen Poren, zog die Handschuhe aus und öffnete den Kragen der oberen Kleidungsschicht, konnte mich jedoch nicht aufraffen, eine der 3 Hosen auszuziehen.
WARUM zum Teufel habe ich mich nicht an meine gewohnte Kleiderordnung gehalten?
Die ersten 12 Kilometer über unebenen und gefrorenen Boden verliefen nach Plan. Wir überholten etliche Läufer und lagen mit ~4:50 Minuten pro Kilometer prima im Zeitrahmen, um die gesteckte Zielzeit von 1:30:00 Stunde zu erreichen. Bei Kilometer 13 fiel ich jedoch in ein “Tief”. Die Luft war raus, die Beine butterweich und zugleich steinhart, der gesamte tAXMAN einfach nur platt, lustlos, inzwischen unmotiviert und innerlich weich und weinerlich. Der Drang einfach stehen zu beleiben, ‘ne Pause zu machen, den ganzen Kack hinzuschmeißen wurde so mächtig wie noch nie. WARUM? Warum tue ich mir diesen Scheiß an?
Ich könnte noch im warmen Bett liegen!
Stuart gab sein Bestes, um mich aus meinem mentalen Loch zu holen. Meinen Gedanken, über einen gefrorenen Erhuckel zu stolpern oder einfach auf einem der zahlreichen Eispfützen auszurutschen und liegenzubeleiben hat er mir unermüdlich und nicht locker lassend wegquasselt und mit jeder Menge Läuferweisheiten weggefegt. Locker bleiben, richtig Atmen, Arme und Schultern lockern, …
Nuja… Irgendwann waren wir in Ludwigsfelde. Meinen Rhytmus, die mir sonst eigene Lockerheit, habe ich nicht mehr gefunden. Mit sehr viel Kraftaufwand ereichten wir das, was ich als mein Limit bezeichne, sowie das Ziel nahezu gleichzeitig. Bei 1:27:12 Stunde liefen wir “Hand in Hand” ins Ziel. Kurioser Weise haben wir auf dem letzten Kilometer sogar noch einige Läufer überholt. Ich fühlte mich ja schon mies. Was haben die gefühlt haben, von einem taumelnden tAXMAN überholt zu werden?
Fragt mich nicht wie, aber irgendwie haben wir es geschafft,7 Minuten schneller als noch vor einem Jahr zu sein (Der Ganzkörpermuskelkater, vor allem im Schulterbereich spricht deutlich Bände für verkrampftes Laufen). Nach kurzer Verschnaufpause und intensivem Kampf mit dem Brechreiz schoss mir die Antwort auf die vielen Warums durch den Kopf. Ankommen! Die eigenen Grenzen erfahren und überschreiten. Gesetzte Ziele erreichen! Und eben diese Dinge mit einem Freund erleben. Jupp! Das isses! Das macht es möglich und eben auch wert. 
Danke Stuart. Schön, dass du mich nicht “am Baum hast hängen lassen”. 
Meine Herren Junioren haben ihren Silvesterlauf über 2,8km gemeinsam absolviert. Lediglich kurz vor dem Ziel gab es einen Kampf um den besseren Platz. Beide hatte ihren “Spaß”, ein gemeinsames Erlebnis und in der Wertung die jeweils dritte Platzierung in ihrer Altersklasse. 
Alles in allem war der Silvesterlauf ein würdiger Abschluss für das Sportjahr 2008. Trotz einiger Tiefschläge, körperlicher Gebrechen und gemeiner Verletzungen hat mich das Jahr 2008 ein großes Stück weitergebracht. Das erste “große” Wettkampfjahr hat mich einiges an Startgeldern gekostet, an großen und kleinen Veranstaltungen teilnehmen lassen, nach Hamburg geführt und ‘nen neuen Freund finden lassen. Hochs und Tiefs im Wechsel. Festzuhalten bleibt, dass man nie zu alt für Neues oder für Weiterentwicklung ist. Mit Konsequenz und Willen, etwas Planung und häuslicher Unterstützung kann man immer was reißen.
Never give up! Gesundes neues Jahr und Sport frei!
Alles Gute für 2009!
Das meint übrigens die Presse: Sportlicher Jahresausklang – 31. Auflage des Silvesterlaufs Zossen-Ludwigsfelde
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Montag, August 25th, 2008 |
Seit gestern weiß ich, dass jeder, der an “Norddeutschlands schönsten Halbmarathon” (Blankeneser Halbmarathon – Heldenlauf 2008) teilnimmt, als Held bezeichnet werden darf. Zeit? Egal! Hauptsache durchgekommen! Jawoll!
*schrei* IHR SEID ALLE HELDEN! *schrei* (weiterlesen …)
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